Logbuch 2012

16.April 2012

 

Abflug München mit Aeagean Airlines mit Zwischenstop in Athen nach Gouvia, Corfu.

 

20.04.2012

 

Liege noch in der Marina Gouvia auf Corfu. Vormittag hat mich Birgit freundlicherweise nach Corfustadt zu Vodafon gefahren. 


Heute die Toilette repariert und die sündhaft teure Taschenlampe, Batterien waren ausgelaufen und konnten nur im Schraubstock unter größter Kraftanstrengung geöffnet werden.

Dabei wurde das Teil ganz schön ramponiert.  Diesmal ging alles wahnsinnig schnell, hab mich schon gewundert, dass der Verkäufer die Freischaltung innerhalb einer Stunde zusagte. Na ja, war dann doch nicht so, Nachmittag um 16:00 war immer noch kein Internet zur Verfügung. Ist eben Griechenland, damit muß man leben und sich ja nicht darüber ärgern, geh ich eben nochmals einen Kaffee trinken, neue Batterien für die Taschenlampe kaufen und koche mir Abend eine schöne Gemüsesuppe.

 

22.04.2012

 

Die Marinacafés brechend voll mit sämtlich erblondeten Griechinnen, rauchen durch die Bank wie ein Schlot und ständig das Handy am Ohr. Morgen ist der Außenborder mit Ölwechsel dran, Ersatzbowdenzug für den Volvo und Preise für zwei neue Verbraucherbatterien einholen. Denke, dass sie ganz gut hergehalten haben, immerhin fast 7 Jahre. Der Batteriewächter zeigt zwar noch ganz akzeptable Werte an. Beim prüfen der Säure waren aber bereits zwei Kammern im roten Bereich. Hab einfach ein besseres Gefühl mit zwei Neuen.

 

 

 

23.04.2012

 

Was ist denn nur mit meiner Maringa los, wo ich hinlange tauchen neue Probleme auf. Heute die Batterien bestellt, das Stück Vartabatterien 12 Vol 145 AH zu 110,00 €, denke das ist ein akzeptabler Preis. Getriebeöl am Außenborder erneuert, bin ganz stolz darauf dies ohne große Sauerei geschafft zu haben.

 

Alles erledigt und alles Paletti,also der Versuch das Ding zu starten. Springt sofort an, geht aber auch genauso schnell wieder aus. Alle Versuche das gute Stück in Gang zu bekommen, ergebnislos. Versuche den Choke zu bewegen, nichts geht, dafür läuft unten Benzin raus. Also ist wieder einmal der gute alte Klaus gefragt, der mir in seiner ruhigen torolerischen Art mitteilt, das liegt am Schwimmer der im Vergaser hängt. Er läßt ihn abholen und in der Werkstatt auseinander nehmen.

 

24.04.2012

 

Heute ganz schön geschlaucht. Mit Birgit das Deck polliert. Die Arbeit hat sich gelohnt, Maringa erstrahlt wieder im alten Glanz. Das Poliermittel ein wahres Wunder, sogar die verblassten blauen Streifen werden damit wieder frisch. Das Mittel ist zwar schweineteuer, ist aber sein Geld wert. Die Mechaniker brachten die neuen Batterien und gleich eingebaut, passt und hat Luft.

 

25.04.2012

 

Außenborder nach zwei Stunden wieder zurück gebracht. Läuft wieder wie am Schnürchen. Klaus meint ich solle mir das aneignen, Vergaser den Schwimmer zu reinigen und wieder zusammensetzen. Passiert öfters, vor allem wenn das Gemisch schon etwas älter ist. Am Festland regenet es in Strömen und es ist ganz kohlrabenschwarz.

 

26.04.2012

 

So, nun wird es Zeit langsam die Zelte in Gouvia abzubrechen. Mit Birgit und Klaus ein letztes Essen und fröhliches Beisammensein bei Harry und dann auf zu neuen Ufern. Der Abschied von Harry und den Beiden viel mir etwas schwer, kannten wir uns doch inzwischen über drei Jahre lang.

 

27.04.2012

 

Habe mich entschlossen heute auszulaufen. Wetter ist ideal und das Boot perfekt. Erstes Etappenziel wird Lakka auf der Insel Paxos sein.

 

27.04.2012

 

Um 10:00 UHR Leinen los, Ziel Paxos.Ankunft Lakka um 16:30 nach 30 sm wobei die letzten 10 sm mit 10 kn Wind und 5,5 kn Fahrt unter Segel recht angenehm waren. Am Südspitz von Corfu dann plötzlicher Ausfall vom Kartenplotter. Es laufen nur noch Streifen wie in einem Film. Nein, bitte nicht schon wieder. Nach 30 Minuten erneut eingeschaltet, siehe da, er läuft wieder bis zum Ende ganz normal.

 

Ankunft in der Bucht. Mit mir liegt noch ein Engländer, ein Kat und ein ganz verückter Kat, ohne Masten und das ganze Deck mit Solarmodulen bestückt. Müßen Münchner sein, da ein Werbeslogan von Yachtpoolversicherung am Rumpf. Die Bucht ansonsten immer rappenvoll.

 

28.04.2012

 

Gestern aufgewärmtes Gulasch gegessen. Heute Montage vom neu erstandenen Rollo und das Bimini aufgestellt und das erste Bad genommen. Ging eigentlich, gar nicht sooo kalt..

 

Montag, 30.04.2012

 

Überfahrt von Paxos nach Fanari nur mit Maschine, gerade mal 4 kn Wind, das ist für Maringa zu wenig, da läßt sich die Dame noch nicht in Bewegung setzen. Auf halber Strecke einen toten Delfin endteckt, die Möwen haben sich bereits daran gemacht. Seemänner sind abergläubisch, ein schlechtes Ohmen ?


Dienstag, 01.05.2012

 

Den Wecker auf 04:00 UHR gestellt, um bei der ersten Morgendämmerung auslaufen zu können. Da der Plotter immer wieder aussetzt, war mir ein Auslaufen in der Finsternis zu gewagt. Um 06:30 war es dann so weit, dass ich ohne Probleme Anker auf machte. Abends reichlich Kaffee gemacht ging es mit den einsetzenden Landwind auch ganz flott los. Leider war er nicht von langer Dauer und so mußte ich den ganzen Weg bis nach Lefkas mit der Maschine zurück legen.

 

Dort kurz vor 12:00 angekommen, reihte ich mich in die Warteschlange bei der Drehbrücke ein, die aber zurzeit in Reperatur ist und als Notbehelf dient eine Autofähre. Die Fähre ist gerade mal so breit wie der Kanal und die Autos fahren auf der einen Seite drauf und auf der anderen Seite wieder runter.Durch den Feiertag war natürlich alles das 2 oder 4 Räder hatte unterwegs und es bildete sich eine Autoschlange bis nach Lefkas Stadt hinein.

 

An der Marinatankstelle Diesel und Benzin für den Außenborder und Generator gebunkert und über Funk einen Mariniero angefordert der mich zu meinem Liegeplatz lotste. Eine Mütze Schlaf nachgeholt, duschen und dann in die Stadt fein essen gehen. Morgen mit den Raymarinmonteur kontakt aufnehmen und einen Termin für den Kartenplotter vereinbaren. Denke, dass es keine große Sache ist, sondern nur an einer Lötstelle happert,denn zwischendurch läuft er ganz normal ohne Unterbrechungen.

 

01.Mai 2012

 

In der Stadt beim Essen wie gewohnt in der Island Taverne.Hier kocht der Opa vorzüglich original griechisch und preiswert. Stifado mit einem 1/2 Liter Wino. 13,10€ und in der winzigen Küche kann man in die Töpfe schaun.

 

02.Mai 2012

 

Dieter von Metronix um 11:00 an Bord und den Kartenplotter ausgebaut. Hat mich Abends zum Essen eingeladen. In der Zwischenzeit hab ich mal wieder Kanister mit Benzin und Gemisch für den Außenborder gemischt und hoffe, dass er mit neuem Sprit wieder seine Dienste macht. Bis heute war mir nicht bekannt, dass Diesel und Benzin nach längerer Standzeit verharzen und damit den Schwimmer im Vergaser verstopfen. Man lernt halt nie aus. Schön langsam entwickle ich mich zum Bordingenieur.

 

Benzin mit Öl gemischt, Tank aufgefüllt und siehe da, er läuft wieder. Abends in das Lokal ” Pino e Vino ‘ mit Dieter verabredet und wirklich eines der besten Pizzas in meinem Leben gegessen. Die Taverne sehr sauber und adrett geführt von einer Deutschen und einem Griechen. Mit Dieter noch ein Seglerehepaar aus dem Schwabenland einen netten Abend verbracht. Dieter ist übrigens ebenfalls in Hallein geboren, in München aufgewachsen und hat lange bei Siemens gearbeitet. Morgen will er mir wieder den Plotter vorbei bringen und ich hoffe, dass ich am nächsten Tag wieiter fahren kann.


Dieter
Dieter

03.Mai 2012


Soeben war Dieter mit dem Plotter hier, mußte aber unverrichtigter Dinge wieder das Gerät mit in die Werkstatt nehmen. GPS Empfang ist da, zeigt aber statt Lefkas die Insel Ithaka an. Am Navitisch zeigt er aber am Zweitschirm die richtige Position an. Dieter mußte nochmals dringend nach Preveza rüber und wird sich am Abend nochmals darüber hermachen und dann morgen Vormittag nochmals vorbei schauen. Nun gut, auch keine größere Tragödie, wird eben heute ein ruhiger Hafentag eingelegt, kommt gar nicht einmal so ungelegen, nachdem wir gestern doch etwas reichlich dem Wein im Pane e Vino zugesprochen haben.

Hafentag
Hafentag

04.Mai 2012 Marina Lefkada

 

Liege nun schon den 4 Tag in der Marina und rätsle mit Dieter von der Raymarine ( Metronix ) an was denn es letztendlich liegt, dass wir den Plotter nicht in Gang bekommen. Dieter hat das Gerät mit wieder mit in die Werkstatt genommen, wo es einwandfrei funktionierte, an Bord jedoch kein GPS Empfang, obwohl wiederum das das Zweitgerät, sowie die Funke die Schiffsposition angegeben haben. Nur oben am Plotter tut sich nichts Antenne blinkt grün, also bis zum Plotter alles im grünen Bereich.


Dieter unendlich geduldig fand schließlich die Ursache, es liegt an einem defekten Kabel, äußerlich nichts zu erkennen. Kabel ausgetausch und alles funktioniert wieder. Dieter war froh und ich erst recht, nach ettlichen Stunden den Fehler gefunden zu haben. Nochmals ein ganz großes Lob und Dankeschön an Dieter, der mit dem Plotter mindestens 5 Stunden an Arbeit verbrachte gerade mal 70,- € verlangte, ja sogar nur 50€ haben wollte.

Defektes Plotterkabel
Defektes Plotterkabel

Lefkada 05.Mai 2012

 

Gestern nochmals im Pane e Vino zu Abend gegessen, Frutte di Mare vom Feinsten und werde heute auslaufen, Richtung Spilja. Der Kartenplotter funktioniert wieder einwandfrei, zumindest am Steg tat er das noch einwandfrei. In ruhigen Gewässern ist dann Kompasskalibrieren und einstellen angesagt. Die letzte Kalibrierung habe ich in Split vor drei Jahren gemacht, ist also längst überfällig. Habe 14° Abweichungen zwischen Autopilotkurs und Steuerkompass festgestellt. 3° Abweichung ist noch vertretbar.

 

Donnerstag 24.Mai 2012 Spilia auf der Insel Meganisi


Längere Zeit nichts im Logbuch hinterlassen, hatte Probleme eine Seite 2 einzurichten.

Inzwischen ist Ruth in Messolonghi angekommen. Die Fahrten waren über Astokos nach Ithaka und zuletzt in Spilia auf Meganisi. Hier gefällt es uns gut, dass wir beschlossen einige Tage zu verbringen. Hier haben wir alles: Strom, einen sicheren Liegeplatz, Wasser und eine Taverne direkt am Strand.


Gestern eine schöne Überfahrt von Ithaka mit viel Wind und Welle.Abends dann Gewitter mit einem Starkregen. Heute scheint wieder die Sonne und wir werden mit dem Dingi zum tauchen fahren. Können es hier ruhig noch ein paar Tage aushalten und inzwischen wurde Spilia meine Lieblingshafen.

 

Spilia auf Meganisi Mai 2012


Es ist wieder wärmer geworden und das tauchen im glasklaren Wasser macht richtig Spaß.


Astakos 29.Mai 2012

Nach einer windigen Nacht in Ithaka morgens um 05:00 Uhr Leinen los und knapp 30 nm rüber nach Astakos. Wind zwischen 20 und 25 Knoten und hoher Welle gute Fahrt gemacht .Leider mußte ich alles selbst steuern, da ich den Smart Pilot irgendwie verstellt habe und einfach nicht mehr auf die Reihe brachte. War sehr mühsam, da die Welle von der Seite und der Wind fast achterlich kam. Bei ziemlichen Schwell dann römisch-katholisch in Astakos angelegt und prompt mit dem Hintern an die Pier gekracht. Die gesamte Kette mit 50 Meter war draußen und so mußte ich noch Gas geben um an die Pier zu kommen. Gleichzeitig habe ich mit der Achterleine beschäftigt und so übersehen, daas ich an die Kaimauer gebumst bin. Maringa hat es aber ohne Schaden überstanden und man sieht nur ein paar Kratzer.


Astakos hat uns sehr gut gefallen. Alles vorhanden, vom Gemischtwarenladen, der mir persönlich immer am besten gefällt, bis zum Metzger, Bäckerei, unzählige Tavernen und Retaurants. Im Haushaltswarenladen gibt es vom Anker bis zum Wäscheklupperl alles was das Herz begehrt. Für meine Ziegen Zuhause ein Glöckchen erstanden. Ruth hat einen Friseur ausfindig gemacht und mich dort hin beordert. Für 9 € dann einen einwandfreien Haarschnitt bekommen, nur an meinen Schnauzer habe ich ihn nicht rangelassen, nachdem mir ein Friseur in Monemvasia ruckzuck fast den ganzen Bart wegrasiert hat, so schnell konnte ich gar nicht schauen. Nachher sah ich aus wie ein Mafiosi in den 40er Jahre, mit einem ganz dünnen Bärtchen.


Morgen geht es nun frühzeitig wieder weiter zu meiner neuen Marina in Messolonghi. Dort heißt es Boot putzen und für den Winter vorbereiten, da ich heuer mit Maringa nicht mehr zum Segeln kommen werde. Mitte Juni steht ja der Überführungstörn von Rügen/Lissabonn und evtl. noch weiter an. Das Schiff, eine Moody 68 muß auf jeden Fall bis September in Malta sein. Maringa werde ich bis November im Wasser lassen und danach bis Ende April an Land stehen lassen. Zum Krantermin werde ich wahrscheinlich nochmals mit dem Auto und der Fähre nach Messolonghi fahren. Ohne Aufsicht das Boot zu kranen ist mir etwas zu mulmig.


Zusammenfassend waren die 6 Wochen vom Segeln her schön und auch sportlich, nur etwas wärmer hätte es sein können. Was sag ich, saukalt war es manchmal und ich war froh über meine wärmende Webastoheizung.

In Astakos lag neben uns eine Tscheche mit einem vergammelten Boot der ein Computerspezialist war und mir den Smartpilot wieder eingerichtet hat. Ob er wieder so wie zuvor funktioniert ,stellt sich morgen ja heraus und die Investition von 10 € gut angelegt sind. Für 50 € noch eine Map installiert bekommen, das auf dem freien Markt an die 250,-€ kostet. Die haben sich nun wirklich gelohnt. Ein Klasse Programm mit Abdeckung für die ganze Welt, außer dem pazifischen Raum.


Boot aus Washington
Boot aus Washington
Taverne, Maringa im Hintergrund
Taverne, Maringa im Hintergrund
Interessantes Fischerboot auf Astakos
Interessantes Fischerboot auf Astakos

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